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Montag, 9. Juli 2012

Öko-Tourismus in Thailand


Liebe Freunde und Leser meines Blogs, ueber mein interessantes und abwechselungsreiches Leben in meinem von mir selbst gewaehlten Paradies, heute moechte ich euch einmal von dem Bestreben Thailands zum allgemeinen Trend ueber Oeko-Tourismus berichten.

Öko macht Touristen Laune
China, Thailand und Vietnam setzen auf grünen Tourismus, Thailand: 
Klimaveränderung und Umweltschutz zählen nicht zu den spannenden Themen!

Meist bleibt es in Thailand bei Plänen
Rund zehn Millionen Touristen kommen jährlich nach Thailand. Der Massentourismus hat dem Land von Pattaya bis Phuket tiefe Wunden geschlagen. Die Behörden machen zwar immer wieder große Pläne, um Thailands Tourismus "grün" zu machen. Aber meist bleiben es Pläne. Die Region um die Ferieninsel Koh Chang wurde beispielsweise schon vor Jahren von der Regierung als Sonderzone für nachhaltigen Tourismus ausgewiesen. Passiert ist dort aber wenig. Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) zeigt sogar, dass Tourismusunternehmen auf Koh Chang - vor allem Hotels und Gästehäuser - heute überdurchschnittlich viel schädliche Treibhausgase in die Luft blasen: Pro Tourist am Tag fast 20 Kilogramm CO2. Landesweit sind es nur rund elf Kilogramm.
Auch für das beliebte Urlaubsdomizil Pattaya werden fast jährlich neue, ambitionierte Pläne geschmiedet. Im Februar verkündeten die Behörden wieder einmal, die Touristen- und Verbrechenshochburg solle in den kommenden zehn Jahren mit 15 Milliarden Baht (circa 400 Millionen Euro) zu einer "World Class Greenovative Tourism City" umgewandelt werden. Wie das Vorhaben bezahlt werden soll, weiß niemand. Und noch werden immer mehr Betonburgen gebaut.
Die GIZ-Vorgänger-Gesellschaft GTZ drängte Thailands Tourismusbosse schon 2010 zu mehr grünem Engagement. Die GIZ veranstaltet nun Seminare, "um gerade den mittleren und kleinen Hotels zu zeigen, wie man mit ganz einfachen Mitteln - etwa energiesparende Kühlschränke oder Müllvermeidung - anfangen kann, umzusteuern, und dass sich das auch rechnet", sagt GIZ-Thailandchef David Oberhuber. Die großen Hotelketten dagegen hätten selber die Mittel, umfassend in Nachhaltigkeit zu investieren - "und einige tun das ja auch schon recht erfolgreich". Oberhuber glaubt, dass Thailands Tourismus langfristig immer 'grüner' werde, schon aus rein ökonomischen Überlegungen heraus.
Die Erkenntnis, dass das Etikett "nachhaltig" ein geschäftsförderndes Statussymbol sein kann, setzt sich in der Tat eher bei den großen Hotelketten durch. Auf Phuket verwandelte die in Singapur ansässige Banyan-Tree-Gruppe eine ehemalige Zinnmine in ein mit dem "Green Leaf" ausgezeichnetes Resort. Die thailändische Hotel-Kette Dusit Thani hat gerade angekündigt, dass sie im Rahmen des "EarthCheck"-Programms den Energieverbrauch in ihren Resorts und Hotels in den kommenden Jahren um 20 bis 30 Prozent, den CO2-Ausstoß um 20 Prozent, den Wasserbrauch um 30 Prozent und die Müllmenge um 30 Prozent senken will.
"No Shoes, no News"
Die PR-Chefin für Four-Seasons in Thailand, Nicola Chilton, sieht die Luxusherbergen sogar in der Pflicht, eine Art Vorreiterrolle zu übernehmen: "Ich denke, dass internationale Hotelgruppen die Verantwortung haben, so nachhaltig wie möglich zu arbeiten, um damit anderen ein nachahmenswertes Beispiel zu geben." John Roberts vom Elefantencamp sagt es direkter: "Die Großen haben das Geld und die Möglichkeiten, Nachhaltigkeit umzusetzen." 
Das wahrscheinlich anspruchsvollste Experiment beim Wettlauf um ein grünes Gütesiegel läuft derzeit im von der Hotelgruppe Six Senses betriebenen Soneva Kiri auf der viertgrößten, aber noch weitgehend unentdeckten Ferieninsel Koh Kood. Unter dem Motto "No Shoes, no News" sollen betuchte Urlauber dort mit dem "Slowlife"-Prinzip in eine sauberere Umwelt geführt werden.
Fernsehen und Handys sind in der gesamten Anlage verpönt. Die Gäste bewegen sich mit umweltfreundlichen Golf-Cars über das weitgestreckte Gelände. Das "Kleine grüne Buch", in dem das Resort seine Nachhaltigkeitsstrategie auflistet, ist 25 Seiten dick.http://adserv.quality-channel.de/RealMedia/ads/adstream_lx.ads/www.spiegel.de/reise/artikel/L28/1571598701/Middle3/qc/QC01XYLAB2012XCA2XREISE/QC01XYLAB2012XCA2XREISE_01.html/50524e435245374477533041436f6f45?_RM_EMPTY_
Vorzeigeobjekt ist die "Öko-Villa". Sie steckt zwar noch im Experimentierstadium, könnte allerdings einmal zum Prototyp für CO2-neutrale Luxusunterkünfte werden: Solar-, Wasser- und Windkraft versorgen das Haus mit Energie, Regenwasser füllt den Pool, das Dach ist begrünt. Was der "Öko-Villa" im Gegensatz zu den anderen Häusern im "Soneva Kiri" fehlt, sind Glanz und Glamour einer Fünf-Sterne-Unterkunft. Das grüne Experiment verströmt noch ein wenig den unnachahmlichen Charme der Anfangszeit der Ökobewegung.
Doch egal ob Anantara, Four Seasons in Thailands schönem Norden oder das Soneva




Grüner Tourismus in Thailand: Regenwasser für den Pool


Energie sparen oder Müll trennen - das wird in Thailand kaum praktiziert. In Sachen Umweltschutz hat das asiatische Land großen Nachholbedarf. Doch das Bewusstsein für ökologische Probleme wächst auch im Tourismus. Ein paar Luxushotels wollen mit grünem Beispiel vorangehen.


Thailand setzt auf grünes Label
Thailand setzt beim Ausbau des Tourismus kräftig auf die Farbe "grün". Begonnen hat die Kampagne im Jahr 2010. So gibt es inzwischen ein Handbuch mit 50 "umweltfreundlichen" Touristenattraktionen für ganz Thailand. Es umfasst kulturelle und natürliche Touristenattraktionen, lokale Attraktionen wie etwa die Besuche von ethnischen Dörfern, verschiedenen Reise- und Tourismushochburgen für Veranstalter sowie Unterkunfts- und Spa- Gegebenheiten.
Reiseveranstalter und Urlauber werden von der Touristenbehörde "Tourism Authority Thailand" (TAT) durch deren Auslandsvertretungen in verschiedenen Bereichen unterstützt. Wert wird dabei auf die Ausarbeitung verschiedener Thai-Besonderheiten und deren Ausprägung auf umwelttechnische Aspekte gelegt. In einem Land, in dem die Auseinandersetzung mit heimischer Kultur, die Klimaveränderung und der Umweltschutz nicht zu den besonders spannenden Themen zählen, ist diese Zielsetzung durchaus als spannend zu bewerten. Sie spricht nicht nur ausländische Touristen an, sondern veranlasst auch die Einheimischen zu aktiver Beschäftigung und Reisen im eigenen Land.

Thailand ist auf dem richtigen Weg!
  1. Ich lebe schon längere Zeit im Nordosten Thailands, dem Isaan, und kann vieles bestätigen, ich sehe aber auch Wandel im Bewusstsein.
     Bei uns hier im Dorf zeige ich den Bewohnern schon wie man Muell vorsortiert.
    Man kann nicht sagen, dass keine Mülltrennung erfolgt, Plastik, Glas und Konservendosen werden schon aussortiert, div. Menschen verdienen sich den Lebensunterhalt damit,dass sie diese Stoffe zum Recyclen an Händler verkaufen. Ein grosses Problem ist die Luftverschmutzung, weil immer noch die Reisfelder und Wälder abgebrannt werden.Das ist zwar verboten, wird aber nicht kontrolliert und damit auch nicht bestraft. Auch die grosse Zahl von Zweitaktmotoren (Tuk Tuks u. Motorbikes) trägt in erheblichem Masse zur Luftverschmutzung bei.


    Der Hausmüll wird heute schon in vielen ländlichen Gegenden abtransportiert, aber halt noch nicht überall. Auch in diesen Fällen wird einfach alles verbrannt.Noch viel zu häufig sind Plastiktüten im Umlauf, aber auch hier gibt es erste Ansaetze durch grosse Handelsketten,die einen kleinen Rabatt geben, wenn der Kunde keine Plastiktüte nimmt. 
     Dr. Charly beim Reinemachen der Strassen und Plaetze in Khon Kaen.



Sonntag, 3. Juni 2012

Vom Weißheitsfimmel der Thais

Herzlich Willkommen bei meinem Blog über mein Leben in Thailand.

 Für Thais ist Blässe schick!

Schon die Teens greifen zu Aufhellern
Kosmetikindustrie setzt Milliarden um

Der Traum vieler Thailaenderinnen, weiss sein!
Blässe ist schick - Thailändische Frauen wollen aussehen wie die heimische Sängerin Tata Young : strahlend weisse Zähne, eine westlich-gestylte Nase und weisse Haut. Für einen aufgehellten Teint geben Thais jedes Jahr Milliarden Baht aus. Denn vornehme Blässe gilt in diesem Land als schick, und Frauen mit weisser Haut kommen bei Männern allemal besser an. Der helle Teint sorgt für einen kräftigen Boom der Kosmetikindustrie. Produkte mit Bleicheffekt machen im Bereich Gesichtspflege mehr als 60 Prozent des Umsatzes aus.
Beauty Lotion von New Citra, Skin Naturals von Garnier, UV Day Essence von Cute Press und Body Lotion von Aron Gold haben zweierlei gemeinsam: Die vier Kosmetika sollen die Haut aufhellen und sind in Pattayas Fachgeschäften und Supermärkten ein Renner. Thais, aber längst nicht nur Frauen, geben Milliarden Baht für Cremes, Puder, Lotion, Seife und Deodorants mit Bleicheffekt aus. Denn in Thailand gilt die vornehme Blässe als schick.
Nur nicht braun sein, das ist hier der Grund sich einzuwickeln.
Schönheitspflege und der Wunsch, eine weisse Haut wie eine Westlerin zu bekommen, sorgen für einen kräftigen Boom der Kosmetikindustrie. White (weiss), Whitening (weiss machen) und Brightening (aufhellen) sind die Schlagzeilen, mit denen sich thailändische und ausländische Hersteller eine goldene Nase verdienen.
Das Schönheitsideal makellos weisser Haut stammt aus einer Zeit, als in Bangkok noch einfache Häuser standen und keine Wolkenkratzer. Gebräunte Haut erzählt seit jeher von Armut und mühsamer Arbeit im Freien. Thais sprechen bei Dunkelhäutigen auch nicht von „Si nam tarn“, also von braun, sondern von „Si dam“, der Farbe schwarz. Heute strahlt eine weisse Haut für die meisten Frauen Vornehmheit, Wohlstand und Weiblichkeit aus.
Marktforschungsumfragen ergeben immer wieder, dass die meisten Männer blasshäutige Frauen bevorzugen. Diese Vorlieben der Männerwelt sind der Hauptantrieb für Frauen, zu Cremes und Tuben mit Aufhellungseffekt zu greifen.
Natuerlich Farbe einer Thailaenderin.
Thailändische Frauen finden Sommmersprossen schrecklich. Aber nicht nur das, sie möchten überhaupt keinen gelblich-braunen Ton im Gesicht. Das Konzept „Weiss” steht im Zentrum. Für die Kosmetikhersteller bedeutet das Millionengewinne. In den Regalen von Kaufhäusern, Supermärkten und Kosmetikinstituten lockt dementsprechend eine ganze Armada von Produkten.

Beim japanischen Kosmetikriesen „Shiseido” machen Aufhellungsprodukte ein Viertel des Gesamtumsatzes in Asien aus. In Thailand, wo die Schönheitsindustrie im Bereich Gesichtspflege jährlich 100 Millionen US-Dollar umsetzt, machen Produkte mit Bleicheffekt mehr als 60 Prozent aus.
Der Markt für Kosmetikartikel mit Bleichwirkung ist inzwischen weit entwickelt. Die Kundinnen sind anspruchsvoll und wissen genau Bescheid. „Sie wollen etwas, was auf der Stelle seine Wirkung zeigt“, sagt die Besitzerin eines Schönheitssalons.
Die meisten Frauen, die sie berät, hätten weder Akne noch andere Hautprobleme. „Sie wollen eine hellere Haut haben.“
Also greifen die Angestellten in den Kosmetikinstituten zu Bleichpulver. Angeblich ein Naturprodukt! Sie lösen es in Wasser auf und tragen die Packung vorsichtig auf die Gesichter ihrer Kundinnen auf. Wie sich das Pulver zusammensetzt, das wissen die wenigsten Frauen.
Weil die Konkurrenz gross ist und der Erfolgsdruck hoch, reichern einige Hersteller ihre Produkte mit Hydrochinon und zu viel Quecksilber an. Es sind die effektivsten, aber auch gefährlichsten Weissmacher.
In Hongkong cremte sich 2002 eine Frau mit quecksilberhaltigen Aufhellern krankenhausreif, mehrere andere mussten Spezialisten aufsuchen. Die Quecksilberkonzentration in der von ihnen benutzten Kosmetik lag um ein Vielfaches höher als von Wissenschaftlern empfohlen.
Seit diesem Gesundheitsskandal haben die meisten Hersteller umgedacht und achten beim Einsatz von Quecksilber inzwischen auf die Grenzwerte. Denn eine überhöhte Konzentration der Chemikalie kann Nerven- und Nierenschäden oder auch Sehschwierigkeiten hervorrufen. Und wer zuviel von der Chemikalie Hydrochinon aufträgt, riskiert Hautschäden.
Es wird aber weiter gecremt für die vornehme Blässe, die Europäer „käsig weiss” nennen. Vorbilder sind lokale Schönheiten. Models, Schauspielerinnen, Sängerinnen und Nachrichtensprecherinnen werden auch in Thailand nach ihrer Haut ausgesucht. Je heller, desto besser. Hinzu kommt die westliche Kulturdominanz - 90 Prozent der Weltstars sind weiss. Thailänderinnen wollen nun mal so aussehen wie Julia Roberts, Christina Aguilera, Uma Thurman oder Franka Potente. Da werden dann mit viel (auch finanziellem) Aufwand Nase und Zähne gerichtet und die Haut gebleicht.
Die Armen mixen Naturprodukte, die Reichen kaufen Markenartikel. Whitening und Brightening von Nivea, Pond’s, Extraderm, L’Oreal - die Kosmetikindustrie bietet eine schier endlose Produktpalette von Aufhellern. Thailands Bleichmanie ist grenzenlos und hat bereits die Teens erreicht.
Mein Kommentar dazu:
Mir gefallen die Thai-Maedchen mit ihrem schokofarbenen Aussehen immer noch am Besten. 
Ich mag keine Gebleichten!

Sonntag, 13. Mai 2012

Mein Leben im Isaan


Herzlich Willkommen bei meinem Blog ueber mein Leben in Thailands Nordosten, dem Isaan.

Beim Kosa-Stammtisch in Khon Kaen im Kosa Beer-Garden.

Der Isaan hat eine eigenständige Kultur 
und pflegt Sitten und Gebräuche


Kambodscha und Laos haben in der Vergangenheit über Jahrhunderte die Geschichte des Nordostens bestimmt. Hier war der Schauplatz der kriegerischen Auseinandersetzungen der Könige Thailands mit den kambodschanischen und laotischen Herrschern, und das Gebiet wechselte häufig die Zugehörigkeit zwischen Thailand und den Nachbarstaaten.
Karte vom Nordosten Thailands, dem Isaan.

Die Völkerschaften dieser Länder sind noch heute im Isaan ethnisch präsent, sowohl in den Gesichtszügen der Menschen wie in ihren Sprachen und Gebräuchen. Der grössere Teil der Bevölkerung besteht ethnisch aus Lao und spricht auch einen laotischen Dialekt, der viele Gemeinsamkeiten mit der Thai-Sprache hat. Die Menschen haben einen zierlichen Körperbau und Stupsnasen, die vor allem den jungen Mädchen gut zu Gesicht stehen.


Im östlichen Teil des Landes hingegen, in der Gegend um Buri Ram und Surin, in ehemals zu Kambodscha gehörenden Gebieten, die von den Siamesen während ihrer Eroberungszüge besetzt wurden, sind die Bewohner ethnisch Khmer. Sie haben einen stabileren Körperbau, gerade Nasen und allgemein eine etwas dunklere Hautfarbe als die Lao.
Wenn man eines der Mädchen fragen würde, was es sich am meisten wünscht, dann würde es sich sicher eine hellere Hautfarbe wünschen. Anders als bei uns, wo eine gebräunte Haut als schön gilt, versuchen die Mädchen, die bei der Feldarbeit den ganzen Tag der sengenden Sonne ausgesetzt sind, sich durch um den Kopf gewickelte Tücher und Handschuhe vor dem Braunwerden zu schützen.
Die Menschen hier sprechen einen gutturalen kambodschanischen Dialekt, der sich im Sprachstamm sowohl von der thailändischen, als auch von der laotischen Sprache völlig unterscheidet.
Ein Synonym für Dürre und Armut
Die Zentralregierung mag es allerdings nicht, wenn die Bewohner des Isaan als Thai-Laoten bezeichnet werden, und im übrigen Thailand hat das Wort „Lao“ einen minderwertigen Unterton. Es ist ein Synonym für Dürre, Armut und Landflucht.
Wenn wir mal in die Stadt fahren müssen, und ich bin nach Meinung meiner Frau nicht ordentlich genug gekleidet, dann sagt sie: „Du siehst aus wie ein Lao“.
Wenn man ein paar typische Beispiele für die Werteordnung der Menschen im Isaan anführen sollte, dann wären es etwa die folgenden:
• Leben in Gemeinschaft geht über Privatatmosphäre
• Geld machen geht über ethische Regeln
• Schnell und einfach geht über korrekt und mühselig
• Freundliche Unterhaltung ist besser als theoretische Diskussion
• Äusserlichkeiten gehen über innere Werte
• Das Jetzt ist wichtiger als Zukunftsplanung
Die Zentralregierung ist bemüht, auch den Isaan in den thailändischen Kulturkreis zu integrieren. Die Menschen im Isaan setzen dem aber passiven Widerstand entgegen und versuchen, ihre heimische Kultur und Sprache zu erhalten. Sie bilden auch heute immer noch eine von den Menschen Kernthailands sehr verschiedene Kulturgruppe, mit eigener Sprache, eigenen Sitten und Gebräuchen sowie eigener gesellschaftlicher Gliederung. Die Kinder werden in den Schulen zwar nur in der Thai-Sprache unterrichtet, aber viele fangen erst dann richtig an, diese Sprache zu erlernen, wenn sie eingeschult werden.
Organisationen und Vereine zur Pflege der heimischen Kultur werden von der Zentralregierung in Bangkok in keiner Weise unterstützt, sondern im Gegenteil in ihrer Arbeit behindert, weil man separatistische Aktivitäten befürchtet. Diese Furcht ist im nicht ganz unbegründet, denn in den 50er und 60er Jahren gab es im Isaan starke separatistische Bestrebungen und sogar Partisanentätigkeit, die von der Armee blutig niedergeschlagen werden musste.

Die jahrhundertelange Abschliessung vom übrigen Thailand hat im Isaan nicht nur zu unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Entwicklungen geführt, sondern auch zu einem gewissen Misstrauen und Widerstand gegen alles, was aus Bangkok kommt.
Starke Bindung an das Königshaus


Eine Ausnahme macht die Verehrung des Königs. Sie ist im Isaan mindestens genau so ausgeprägt wie im übrigen Thailand. Das Bild des Königs und der Königin hängt fast in jedem Wohnraum, jeder Gaststätte und jedem Hotel. Niemand im Isaan würde daran denken, einer Kino-Vorführung beizuwohnen, bevor er nicht am Anfang des Films beim Abspielen der Königshymne dem König stehend seine Referenz erwiesen hat. Wie stark die Bindung der Menschen an das Königshaus ist, zeigt unter anderem auch die Tatsache, dass Muttertag in Thailand jedes Jahr am 12. August, dem Geburtstag der Königin, gefeiert wird.
Der Isaan hat eine lange Geschichte und daraus resultierende Traditionen, die von Generation zu Generation weiterge- geben wurden. Das sind neben vielen sich von Zentralthailand stark unterscheidenden Sitten und Gebräuchen vor allem Speisen, Lieder, traditionelle Kleidung, Weberei usw. Im Osten des Isaan ist der Einfluss des nahen Kambodschas zum Beispiel an der Männerkleidung sichtbar. Die Männer in den Dörfern des Grenzgebietes tragen die typische Kleidung der Khmer, bei nacktem Oberkörper einen Männersarong und ein wie ein Turban um den Kopf geschlungenes Tuch.
Dieses Tuch dient verschiedenen Zwecken. Es kann als Gürtel, als Kopftuch oder aber auch als Tragetasche dienen. Bei Bedarf kann das Ende des Pakama genannten Sarongs von hinten zwischen den Beinen durchgezogen und vorne in das um den Bauch geschlungene Tuch gesteckt werden. Das ergibt dann eine Art Hose.
Farmer mit seiner Frau auf dem Reisfeld.

Bei der Arbeit auf den Feldern ist es kaum möglich, Männer und Frauen zu unterscheiden. Alle sind vom Scheitel bis zu den Füssen eingepackt, um die brennenden Sonnenstrahlen abzuhalten, und die Mädchen wollen natürlich nicht zu „schwarz” werden.
Junge Mädchen tragen heute gerne westliche Kleidung, also Jeans und T-Shirts. Sobald sich ein bisschen Busen ausbildet, ist ein Büstenhalter obligatorisch, selbst wenn es noch nicht viel zu halten gibt. Es gilt als äusserst unschicklich, wenn sich unter der Bluse oder dem Pulli Brustwarzen abzeichnen. Verheiratete Frauen tragen fast alle Sarongs, von denen sie mehrere Exemplare für den täglichen Gebrauch, aber auch einige, oft selbstgewebte wundervolle Stücke besitzen, die zu festlichen Anlässen angelegt werden. Dabei läuft man entweder barfuss oder in einfachen Plastiklatschen.

Unsere liebreizende Tochter in Schuluniform am Tag des Lehrers.
Die Schulkinder tragen alle Schuluniformen, die Jungen eine kurze khakifarbene Hose und ein weisses Hemd, die Mädchen einen schwarzen Rock und eine weisse Bluse. Der Kauf der obligatorischen Schulkleidung – es müssen ja mindestens zwei komplette Exemplare sein, da eines jeden Tag gewaschen werden muss - kann für arme Eltern eine erhebliche Belastung sein.
Ganz im Gegensatz zu dem, was mancher Farang, der den Betrieb in den Touristenorten sieht, annehmen wird, ist die Sexualmoral auf dem Land viel strenger als zum Beispiel bei uns. Körperkontakte zwischen Männern und Frauen sind in der Öffentlichkeit tabu. Strenge Verhaltensmuster regeln das Verhältnis der Geschlechter untereinander, und es gilt als äusserst unschicklich, Gefühle zwischen Mann und Frau in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Wenn die Bezeichnung Thailands als das Land des Lächelns wahr ist, dann sicher im Isaan. Wer das wirkliche Thailand sucht, der wird es hier, weit ab von den grossen Städten, bei den zwar armen, aber dem Besucher aus dem fernen Europa gastfreundlich entgegenkommenden Menschen finden. Obwohl natürlich auch hier durch das Fernsehen, das Schulsystem und die Töchter des Landes, die in den Touristenhochburgen tätig sind, sich einige westliche Wertvorstellungen und Sitten - und nicht immer die besten - eingeschlichen haben, haben die Menschen, vor allem in den kleinen Dörfern, kaum etwas von ihrem traditionellen Lebensrhythmus und ihren Gebräuchen aufgegeben.

Das gilt vor allem für alles, was man in Thailand mit „sanuk“ bezeichnet. Wenn man im Wörterbuch nachschlägt, dann wird „sanuk“ mit Spass, Vergnügen übersetzt. Für die Menschen im Isaan ist „sanuk“ aber mehr als nur Spass, sondern es drückt vielmehr ihre Lebensphilosophie aus. Das heisst nicht etwa, dass sie nur oberflächlich dahinleben und die Realitäten des Lebens nicht sehen wollen. Sanuk ist vielmehr ein Ausdruck für ihre angeborene Lebensfreude, ohne die das Leben eine eintönige und trostlose Sache wäre. Alle Erfahrungen werden in „sanuk“ und „mai sanuk“ eingeteilt.

Meine liebe Frau (rechts) im Kreise ihrer Familie.
Gut essen, mit Freunden zusammensitzen, einen Film sehen und natürlich feiern, das ist „sanuk“. Arbeit dagegen ist „mai sanuk“, vor allem wenn sie eintönig ist und nicht mit Freunden zusammen durchgeführt wird, so dass es keine Gelegenheit zu einem Schwätzchen oder Spässchen gibt.

Lotterie-Losverkaeufer warten auf Kundschaft.
Charakteristisch für die Menschen im Isaan ist auch deren Leidenschaft für Glücksspiele. An den Strassen in den Städten sitzen überall ambulante Lotterieverkäufer - häufig Blinde - und bieten Lose der Staatlichen Lotterie an. Wer nur irgendwie ein paar Baht in die Finger kriegt, kauft sich alle zwei Wochen möglichst mehrere Lotterielose. Gekauft wird aber nicht irgendein Los, sondern Lose mit bestimmten Endnummern. Die Glücksnummern hat man entweder geträumt oder - noch häufiger - beim Tempelbesuch aus einer mit numerierten Stäbchen gefüllten Trommel geschüttelt.
Und da das noch nicht reicht, gibt es überall in der Nachbarschaft, meist im kleinen Laden an der Ecke, schwarze Lotterien, wo man Wetten auf die letzten Zahlen abschliessen kann, mit der das grosse Los bei der nächsten Ziehung der Staatlichen Lotterie herauskommt.
Solch illegale schwarze Lotterien, deren Gewinnzahlen mit den Nummern der staatlichen Lotterie identisch sind, gibt es in jedem Dorf. Wenn man auch ganz selten dabei von der Polizei erwischt wird, so noch viel seltener von einem Lotteriegewinn.
Wegen der Leidenschaft der Thais für Glücksspiele sind diese gesetzlich verboten. Das Gesetz wird aber sinnigerweise bei Todesfällen ausser Kraft gesetzt. Ist jemand im Dorf gestorben, so wird die Gelegenheit genutzt, ungestraft ein Spielchen machen zu können. Wenn man dann abends zum Trauerhaus kommt, sitzen sowohl um den Sarg herum, als auch vor dem Haus, Spielerrunden und zocken, was das Zeug hält. Falls jemand aus einer wohlhabenden Familie gestorben ist, also auch betuchte Trauergäste zu erwarten sind, reisen die Berufszocker aus der ganzen Gegend an, um die Trauergäste auszunehmen.